Wohin mit dem Inhalt aus Chemietoiletten?

Werden Chemietoiletten unsachgemäß in den Straßeneinlauf und damit über die öffentliche Kanalisation entsorgt, kann es immense Probleme bei der Abwasserbehandlung geben. Die Folge: hohe Kosten, die vermeidbar wären. 

Großer Schaden in Gohrisch

20.000 Euro musste die Gemeinde Gohrisch in der Sächsischen Schweiz aufbringen, um eine ihrer Kläranlagen wieder zum Laufen zu bringen. Die Ursache für die massive Betriebsstörung war schnell ausgemacht: die Entsorgung des Inhalts aus Chemietoiletten. 

"Das lässt sich anhand der Werte, die wir auf den Kläranlagen regelmäßig analysieren, eindeutig nachweisen. Der chemische Sauerstoffbedarf war um ein Vielfaches erhöht und die Reinigungsfunktion der Anlage komplett gestört", erläutert Abwasserexpertin Juliane Brefka, Gruppenleiterin bei Veolia. 

Umwelt und Mensch leiden

Für die Reinigung des Abwassers werden Bakterien genutzt, die sogenannte Biomasse. "Fühlen sich die Bakterien nicht wohl, hören sie auf, die Schmutzstoffe im Abwasser abzubauen", schildert Juliane Brefka. Im Ergebnis wurden behördlich festgelegte Grenzwerte überschritten, worunter am Ende die Umwelt und der Mensch leiden. Die Biomasse musste deshalb mit viel Geduld komplett neu aufgebaut werden. 

Der Inhalt von Chemietoiletten ruiniert die Biomasse und damit die Basis einer funktionierenden Abwasserentsorgung. Fäkalientanks müssen deshalb immer an offiziellen Entsorgungsstationen entleert werden. Die gibt es z.B. auf Campingplätzen, Wohnmobilstellplätzen oder an Raststätten.

 

Wohnmobil auf einem Campingplatz