Warum wir PFAS im Blick behalten
Haben Sie schon mal von PFAS gehört? Medien berichten darüber. Behörden warnen. Aber was ist das eigentlich und warum ist das Thema plötzlich in aller Munde?
Bei PFAS handelt es sich um eine Stoffgruppe von mehr als 10 000 künstlich hergestellten Chemikalien. Die per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen reichern sich in der Luft, im Boden und im Wasserkreislauf an. Sie gelten als besonders langlebig und kaum abbaubar. Deshalb spricht man auch von Ewigkeitschemikalien.
Grenzwert in der Trinkwasserverordnung
Erstmals hat die Europäische Union in ihrer Trinkwasserrichtlinie verbindliche Grenzwerte für PFAS eingeführt. Diese treten schrittweise in Kraft. Für die 20 wichtigsten und trinkwasserelevanten PFAS-Verbindungen gilt seit dem 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter. Ab 2028 werden die Regeln weiter verschärft.
Was wir als Wasserdienstleister tun
Seit 2023 messen wir kontinuierlich die PFAS-Konzentration in allen Wasserfassungen und Wasserwerken, für die wir als Betriebsführer im Auftrag von Verbänden zuständig sind. Das tun wir, um sicher zu sein, dass das Trinkwasser jederzeit allen gesetzlichen Vorgaben entspricht.
Gut zu wissen: Alle gemessenen Werte liegen unter dem festgesetzten Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter. Das Trinkwasser ist sicher. Es geht keine Gefahr für die menschliche Gesundheit aus.
Wo kommen PFAS eigentlich vor?
PFAS gelten als wasser-, fett- und schmutzabweisend. Deshalb setzt die Industrie diese Substanzen in vielen Produkten des Alltags ein, zum Beispiel in:
- Lebensmittelverpackungen
- Outdoor- und Funktionsbekleidung
- beschichteten Pfannen und Töpfen
- Imprägniersprays
- Feuerlöschschaum
- Farben
- Schmiermitteln für Fahrrad- und Motorradketten
Auch in der Medizintechnik kommen PFAS vor, unter anderem in Stents oder Kathetern.
Wie lassen sich PFAS im Alltag vermeiden?
Achten Sie beim Einkauf zum Beispiel auf Siegel oder Label wie "PFC-frei" oder "fluorfrei".
Nutzen Sie zum Beispiel Alternativen zu Antihaft-Produkten in der Küche - und entsorgen Sie Pfannen und Töpfe, bei denen die Beschichtung kaputt ist, sofort.
Informieren Sie sich über die Inhaltsstoffe oder Zusammensetzung von Produkten und greifen Sie lieber zu umweltfreundlichen Varianten, zum Beispiel bei Kosmetikprodukten.