Unterwegs mit dem Kanal-TV

In der Hohendorfer Straße hat in dieser Woche die Kamerabefahrung der Abwasserkanäle begonnen. An weiteren Terminen im Juli und später im Jahr werden mehr als elf Kilometer Schmutzwasserkanal und über dreieinhalb Kilometer der Schönebecker Regenwasserkanalisation unter die Lupe genommen. 

 

Pro Jahr inspiziert die Veolia Wasser Deutschland GmbH als Abwasserdienstleister der Stadt Schönebeck (Elbe) etwa zehn Prozent der gesamten Kanalisation im Stadtgebiet von  Schönebeck sowie in Plötzky, Pretzien und Ranies. 

 

Erst werden die Kanäle gespült und dabei von Ablagerungen befreit. Dann kommt eine Spezialkamera zum Einsatz, die durch die Kanäle fährt und Bilder aus dem Inneren liefert. “‘Damit haben wir zuverlässige Angaben über den Zustand der Kanäle und können diese Informationen verwerten, um gemeinsam mit der Stadt die Prioritäten für den jährlichen Investitionsplan festzulegen”, sagt Sebastian Lösch, zuständiger Veolia-Niederlassungsleiter. Die Abwasserentsorgung Schönebeck GmbH, eine Kooperationsgesellschaft zwischen der Stadt (51 Prozent) und Veolia (49 Prozent), ist Eigentümerin der Kanalisation. 

 

“Jeder einzelne Kanalkilometer ist etwa alle zehn Jahre an der Reihe”, weiß Frank Rose, Vorarbeiter im Kanalnetz bei Veolia in Schönebeck. Wann es soweit ist, wird genau festgelegt: “Das planen wir zum Beispiel nach Stadtgebieten, nach dem angenommenen Sanierungsbedarf oder je nachdem wie lange die letzte TV-Befahrung hier zurückliegt.” 

 

Die sachsen-anhaltische Eigenüberwachungsverordnung für Kanäle schreibt die TV-Inspektion verbindlich vor. “Wir unterliegen damit dem Landesrecht und darüber hinaus  unseren vertraglichen Beziehungen zur Stadt als Auftraggeber. In der Regel erfolgt im Vorfeld die Reinigung der Kanäle, damit die Kamera freie Fahrt hat und überall gute Aufnahmen liefern kann”, ergänzt Marco Feldheim, Leiter Betrieb bei Veolia für den Bereich Schönebeck.  

 

Hat die Spezialkamera ihre Bilder gemacht, werden die Aufnahmen ausgewertet. “Danach wird gemeinsam festgelegt, wo Kanäle saniert oder erneuert werden müssen oder womöglich ein komplett neuer Kanal gebaut werden sollte”, sagt Frank Rose. Wichtiger Effekt dieser Kanalbefahrungen: “Es werden undichte Stellen sichtbar.” Dabei gehe es auch, wie Frank Rose betont, “um unsere Umwelt”. Die Kanäle müssen dicht sein, damit kein Abwasser ins Grundwasser gelangen und es verunreinigen könnte.

 

Nach der Hohendorfer Straße sind weitere TV-Befahrungen geplant: unter anderem in der Magdeburger Straße, Rosa-Luxemburg-Straße, Karl-Liebknecht-Straße, Magdeburger Straße oder Welsleber Straße. 

 

“Der Kunde”, betont Marco Feldheim, “dürfte gar nicht merken, dass die Kanäle vor seiner Haustür gespült werden. Aber es gibt Ausnahmen.” Wenn das Abwasser aus der öffentlichen Kanalisation aus der Fußbodenentwässerung oder Toilette zurück drückt, dann habe das in der Regel Gründe: zum Beispiel eine fehlende Dachentlüftung in der Hausentwässerungsanlage. Weil es zu Druckstößen bei der Kanalreinigung kommen kann, sei es wichtig, eine funktionierende Dachentlüftung zu haben.