Neue Membran für den Gasbehälter

Nach 20 Jahren im Einsatz ist jetzt eine Membran im Gasbehälter auf der Kläranlage in Schönebeck (Elbe) erneuert worden. “Das ist vor allem eine Frage der Sicherheit. Immerhin befinden sich in dem Behälter bis zu 750 Kubikmeter Klärgas”, sagt Hagen-Erik Buch, Vorarbeiter bei der Veolia Wasser Deutschland GmbH. 

Mindestens einmal jährlich wird die Anlage genau unter die Lupe genommen. “Dabei wurde festgestellt, dass die Membran des Niederdruckbehälters an einigen Stellen winzige Haarrisse zeigte und porös wurde”, schildert er. Solche Verschleißerscheinungen am Material seien nach zwei Jahrzehnten vollkommen normal. 

Die Einschränkungen in der Corona-Pandemie - vor allem die Einhaltung des  Mindestabstandes, um niemanden unnötig zu gefährden - erschwerten die Vorbereitungen und letztlich die Arbeiten zusätzlich. 

Die alte Gummi-Membran mit einem Gewicht von über 200 Kilogramm wurde komplett erneuert. Bei der Gelegenheit ersetzten die Experten auch circa 700 Schrauben, mit deren Hilfe die Membran im Gasbehälter fixiert wird. Dafür musste der Behälter allerdings zwingend außer Betrieb genommen werden. Hagen-Erik Buch: “Wir haben dann eine Art Bypass für das Klärgas genutzt. Durch die Umfahrung des Behälters konnten wir während der Reparatur wenigstens ein Blockheizkraftwerk weiter betreiben und das Klärgas verwerten, um Strom und Wärme für die Kläranlage zu erzeugen.”

Mit einem Durchmesser von gut zwölf Metern und neun Metern Höhe wird der Speicher, in dem sich bis zu 750 Kubikmeter Klärgas befinden, auf der Kläranlage nur noch vom Faulbehälter überragt, der etwa 15 Meter hoch ist.

Im Faulbehälter wird der auf der Kläranlage anfallende Klärschlamm auf circa 37 Grad erhitzt und durch Bakterien ohne Sauerstoffzufuhr zersetzt. Dieser Prozess dauert knapp drei Wochen. Das hierbei anfallende Klärgas wird schließlich im Gasbehälter gespeichert und zur umweltfreundlichen Energieerzeugung genutzt, um Strom und Wärme zu erzeugen. 

Klärgasbehälter auf der Kläranlage in Schönebeck