Mit Styrol versetzter Schlamm wird abgesaugt

Nach einem Zwischenfall im Gewerbegebiet Fuchsloch (Gemeinde Mochau), bei dem im Oktober vergangenen Jahres die Chemikalie Styrol über den Niederschlagswasserkanal in einen Teich gelangen konnte und damit für eine Umweltverunreinigung sorgte, wird in dieser Woche der kontaminierte Schlamm entsorgt.

Der Abwasserzweckverband (AZV) Döbeln-Jahnatal hatte die Abfallbehörde beim Landratsamt über den abgestimmten Zeitplan informiert. “Bis zum 22. März müssen wir den Schlamm aus dem Teich entfernen und ordnungsgemäß entsorgen”, sagt Stephan Baillieu, der Geschäftsführer des AZV Döbeln-Jahnatal.

Anfang der Woche begann die zur Veolia-Gruppe gehörende Onyx Rohr- und Kanal-Service GmbH damit, den mit Styrol versetzten Schlamm abzupumpen. Es gibt an dieser Stelle im Gewerbegebiet zwei Teiche, die als Regenrückhaltebecken dienen. “Nur der erste Teich, in den das Niederschlagswasser aus dem Kanal fließt, wurde stark kontaminiert”, erinnert der AZV-Geschäftsführer Baillieu.

Damit der Schlamm überhaupt eine absaugfähige Konsistenz erhält, müssen ihn die Mitarbeiter der Veolia Wasser Deutschland GmbH, dem Betriebsführer des AZV, erst einmal mit Wasser aufspritzen. Anschließend kann Onyx die Mengen abfahren und fachgerecht entsorgen. Um wieviel Schlamm es sich genau handelt, kann erst am Ende der Arbeiten beziffert werden. Wie Karsta Leuschner, die Gruppenleiterin Kanalnetz bei Veolia in Döbeln, informierte, sei der Aufwand, den Teich wieder zu ertüchtigen, enorm. “Die Schlammentsorgung”, sagt sie, “ist jetzt die letzte Aktion, um den Teich wieder als Regenrückhaltebecken in Betrieb nehmen zu können.”

Nach mehreren Probeentnahmen und -auswertungen, die unmittelbar nach dem Zwischenfall im Herbst 2018 erfolgt sind, war bereits die kontaminierte Oberfläche des Regenrückhaltebeckens in Absprache mit der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis durch eine Fachfirma abgesaugt worden. Dabei handelte es sich um circa 20 Kubikmeter Teichwasser. Mit Hilfe einer mobilen Pumpe hatten die Mitarbeiter der Veolia Wasser Deutschland GmbH im Auftrag des AZV zudem den gesamten Beckeninhalt in die Abwasserkanalisation geleitet. Der Fischbestand ist seinerzeit mit Unterstützung des Angelverbandes Leipzig fachgerecht abgefischt und der Tierverwertung übergeben worden.

“Weil alle Beteiligten schnell reagiert und konstruktiv zusammengearbeitet haben, war es möglich, weitreichende Schäden für Mensch und Umwelt zu vermeiden. Es hat sich gezeigt”, so Marcus Riemer, der Niederlassungsleiter der Veolia Wasser Deutschland GmbH in Döbeln, “das man die Lage in Abstimmung mit dem Verband und den Behörden im Griff hatte.” Wichtig sei, dass die Beteiligten wüssten, was zu tun ist und man sich aufeinander verlassen kann.

Solche Zwischenfälle, weiß auch der AZV-Geschäftsführer, könnten jederzeit wieder auftreten. Mit einer Verschärfung der Überwachung von wasserwirtschaftlichen Anlagen, von denen das Wasser direkt in den Vorfluter gelangt, ließe sich nicht nur die Umwelt besser schützen, sondern unter Umständen auch der Verursacher von Ereignissen wie im Gewerbegebiet Fuchsloch schneller ermitteln, argumentiert Stephan Baillieu.

Bei der Anlieferung von Styrol zu einer Firma im Mochauer Gewerbegebiet, Am Fuchsloch, war es am 8. Oktober 2018 offenbar zu einer Havarie gekommen. Ein Lkw hatte einen Teil der Flüssigkeit, die zur Herstellung von Kunststoff eingesetzt wird, verloren. Die Chemikalie war daraufhin von der Fahrbahn über die Straßenentwässerung in den Regenwasserkanal des AZV Döbeln-Jahnatal gelangt und von dort aus in das angeschlossene, aus zwei Teichen bestehende Regenüberlaufbecken. Der AZV hatte schließlich Anzeige bei der Polizei erstattet.