Mit Luft gegen den Gestank

Mit  Hilfe von Kompressoren und Luftkissen sollen sich künftig die Geruchsbelästigungen im Umfeld der Ortskläranlage Naunhof (Stadt Leisnig) verringert werden. Am Donnerstag (20. August) haben Mitarbeiter der Firma LKT Lausitzer Klärtechnik GmbH die neuen  Belüftungskomponenten installiert. 

Die Kläranlage ist seit 2016 in Betrieb und funktioniert technisch nach wie vor ohne Beanstandungen, versichert Niels Abt, Projektmanager bei LKT. Die Firma hatte die Anlage damals für den Eigenbetrieb Abwasser gebaut, der seit Anfang des Jahres mit der Veolia Wasser Deutschland GmbH zusammenarbeitet. Gemeinsam mit dem Hersteller LKT suchte man nun nach Lösungen, die Gerüche abzustellen. 

Die Ursache des Übels ist für die Experten offensichtlich. Die Gerüche, an denen sich die Anwohner stören, entstehen nicht zuletzt, weil zu wenig Abwasser anfällt. Die Anlage ist damals mit einer Kapazität von 140 Einwohnerwerten nach geltenden Gesetzen und Vorschriften gebaut und auch genehmigt worden. Es bestand die behördliche Annahme, dass jeder Einwohner täglich 150 Liter Wasser nutzt. Aber: “So viel Wasser wird einfach nicht gebraucht”, sagt Niels Abt. Trotzdem entspreche die gesamte Schmutzfacht den 140 Einwohnerwerten, das Abwasser seit entsprechend konzentrierter, ergänzt er. 

Hinzu käme, dass das Abwasser bis zur Kläranlage eine relativ weite Strecke zu absolvieren hat. “Am Ende steht das Abwasser dann zu lange unbelüftet im Kanal und in der Kläranlage, es bildet sich Schwefelwasserstoff, der die unschöne Eigenschaft hat, schon bei geringster Konzentration nach faulen Eiern zu stinken - und zwar vor allem im Sommer”, erläutert der LKT-Projektmanager. 

Jetzt hat sich der Eigenbetrieb nach Rücksprache mit seinem Interimsbetriebsführer Veolia und dem Hersteller LKT entschieden, das Problem nachhaltig und im Sinne der Anwohner zu lösen. Ein Aktivkohlefilter, der zwischenzeitlich eingebaut worden war, um den Schwefelwasserstoff unschädlich zu machen, hatte nicht die erhofften Effekte gebracht. “Wir haben die Situation analysiert und wollen mit den Belüftungseinheiten jetzt einen anderen Weg gehen, sodass bereits die Entstehung von Schwefelwasserstoff verhindert wird”, informiert Niels Abt. 

Das Abwasser wird jetzt in der Vorklärung und im Pufferbehälter belüftet. Über Kompressoren und Luftkissen, die mit kleinen Schlitzen versehen sind, wird der Sauerstoff feinblasig ins Abwasser eingebracht. Ein Prozess, der mit Belebungsbecken in größeren Kläranlagen zu vergleichen ist. Alexander Zschocke, stellvertretender Bereichsleiter Abwasser bei Veolia, ist zuversichtlich, dass diese Methode funktioniert, zumal sie vielfach bewährt sei.